In Erinnerung an Albrecht Weinberg sel. A. (1925 - 2026)
| Ab Freitag, den 15. Mai, ist ein Kondolenzbuch in der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer ausgelegt, um an Albrecht Weinberg zu erinnern. Alle Menschen, die ihre Trauer zum Ausdruck bringen wollen, können dies in der Ehemaligen Jüdischen Schule tun. In dem Ausstellungsraum, der Albrecht Weinberg gewidmet ist, befindet sich das Kondolenzbuch für persönliche Worte des Abschieds. Freitag bis Sonntag ab 14 Uhr. |
Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass Albrecht Weinberg verstorben ist. Wir trauern und nehmen Abschied von einem besonderen Freund der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer. Lange Jahre hat er Zeitzeugengespräche mit Schulklassen in der Gedenk- und Begegnungsstätte durchgeführt. Unermüdlich berichtete er von seinem Leben und beantwortete jede Frage von Schülerinnen und Schülern geduldig. Viele Jugendlichen waren sehr oft bewegt von seinen Erfahrungen, seinen Erinnerungen und seinem wunderbaren Humor. Wir sind sehr dankbar für jede einzelne Begegnung mit ihm.
An seinem Jahrhundertleben hat er Menschen teilhaben lassen – und das war ein großes Geschenk für alle, die ihn erleben durften. Als Shoa-Überlebender hat er nicht nur über sein Überleben, sondern auch über die Ermordung fast aller seiner Verwandten, darunter auch seiner Eltern Alfred und Flora, Zeugnis abgelegt.
Sein ganzes Leben war geprägt durch seine Erfahrungen in Konzentrationslagern. Seine Nummer 116927, die ihm in Auschwitz tätowiert worden war, erinnerte ihn jeden einzelnen Tag seines Lebens daran. Er sagte oft: „Wenn der Mensch ein Mensch bleibt, das ist meine Religion.“
Wir sehen uns in der Verantwortung, in Gegenwart und Zukunft unsere Arbeit daran auszurichten. Wir teilen die Trauer seiner Verwandten, seiner Freundinnen und Freunde, gerade auch der jungen Menschen aus Deutschland und Israel, die er mit seiner Arbeit tief berührt hat.
Unsere Gedanken sind in dieser Zeit besonders bei Gerda Dänekas und ihrer Familie. Wir wissen, wie viel sie ihm bedeutet hat und wir sind dankbar, dass sie einander hatten.
Wir vermissen ihn, seinen Humor und sein tiefes Interesse an Menschen.
Ruhe in Frieden, lieber Albrecht.
Susanne Bracht und das Team der Ehemaligen Jüdischen Schule